Beim Aufhängen meiner Arbeit „Aus der Serie Hephaistos Reich – zwischen Gut und Glut VII – Der Schlund I“ im Kunstverein Wörth: Thema: „Abenteuer des Alltäglichen“, jurierte Gruppenausstellung, 6. Juni 2026
Bildrechte: Eva Guschlbauer
Helmuth Kern
Bis 2022 arbeiteten meine Frau Erika Kern und ich als Künstlerduo. Unsere gemeinsamen Werke – keramische Objekte, Grafiken, Malereien – entstanden oft zu vier Händen. Dieses Großprojekt endete abrupt: Am 19. November 2022 ist Erika über die Schwelle des Todes in ein anderes Leben gegangen.
Seit unserer Studienzeit faszinierte uns das Thema Wahrnehmung: Wie entsteht Bedeutung? Welche Rolle spielt dabei der Betrachter? Wahrnehmung ist eine Denktätigkeit: Sie verknüpft sichtbare Wirklichkeit mit Vorstellungen, Erfahrungen und Erinnerungen – und schafft so Bedeutung. Das gilt für Künstler wie für Betrachter.
Verknüpfen erfordert Fantasie: Je reicher das Assoziationsvermögen, desto mehr Bezüge kann der Betrachter herstellen. Doch oft ist uns nicht bewusst, ob das, was wir zu sehen glauben, tatsächlich dem entspricht, was vor uns liegt.
Diese Verknüpfung wirft zwei Fragen auf: Welches Bild machen wir uns von unserer Welt? Und was denken wir dadurch über sie – und unsere Gesellschaft?
Meine Arbeit zeigt nur ein einfaches Feuer, das kontrolliert in einem Kachelofen abbrennt. Mehr nicht. Der Rest ist unsere Fähigkeit zur Verknüpfung – oder unsere Unfähigkeit, zu sehen, was ist. Das gilt für die Kunst wie für die Politik.